Smart City-Beirat Ulm

Ulm Smart City: Was bleibt, und warum jetzt die Transformationsagenda folgt

Hier eine Gallerie der letzten Jahre:

Seit 2020 durfte ich Mitglied im Fachbeirat Smart City der Stadt Ulm sein. Wir haben diskutiert und auch gestritten- und viel gelernt, und die Stadt hat uns tatsächlich eingebunden. Der Beirat war hervorragend zusammengesetzt und für mich immer eine Bereicherung. Nun läuft das Projekt aus.

Mehr Gewicht als einzelne Anwendungen haben für mich die Grundlagen: urbane Datenplattform, LoRaWAN-Sensornetz, erste Ansätze eines digitalen Stadtzwillings. Auf ihnen kann man aufbauen, statt jedes Mal bei null anzufangen. Jetzt geht es darum, sie für dauerhaft bessere Entscheidungen und verlässliche Leistungen zu nutzen.

Der nun geplante Strategieprozess Digitale Stadtentwicklung und die Transformationsagenda Ulm sind deshalb die konsequenten nächste Schritte: Letztere führt Digitalisierung, Organisationsentwicklung und strategische Steuerung zusammen. Damit denkt Ulm die Impulse zur Staatsmodernisierung aus Bund und Land auf kommunaler Ebene weiter. Die Transformationsagenda greift sie ausdrücklich auf und will Reformen vor Ort umsetzen und mitgestalten.

Mir ist dabei der Fokus auf Wirkung wichtig: Staatsmodernisierung sollte nicht bei Bürokratieabbau und Effizienz stehen bleiben, sondern fragen, welchen Unterschied Verwaltungshandeln für die Menschen vor Ort macht. Ulm setzt dafür auf klare Prioritäten, wirkungsorientiertes Arbeiten und abteilungsübergreifende Teams. Staatsmodernisierung muss sich daran messen lassen, ob Kommunen ihre Aufgaben besser erfüllen können.

Eine besondere Entwicklungsperspektive sehe ich in digitaler Resilienz und Krisenvorsorge. Datenplattform, Sensornetz und digitale Stadtmodelle könnten helfen, vorhandene Lageinformationen und das Erfahrungswissen der zuständigen Akteure besser zu verbinden. Ein digitaler Lagezwilling wäre kein zusätzliches Technikprojekt, sondern ein gemeinsamer Informations- und Entscheidungsraum: Welche Entscheidungen müssen unter Zeitdruck getroffen werden, und welche Informationen fehlen dafür? Hier geht es nicht um das Testen von Technologien, sondern den gezielten Aufbau kommunaler Handlungsfähigkeit. Maßstab für die nächste Phase wäre nicht die Zahl neuer Projekte, sondern was im Alltag besser funktioniert und auch unter schwierigen Bedingungen verlässlich bleibt.

Ich freue mich, den Prozess im neuen Transformationsbeirat weiter zu begleiten.

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