Worum geht’s
Manchmal fühlt sich die Gegenwart an wie ein Hamsterrad: Alles bewegt sich, aber wir kommen nicht vom Fleck. Eine Krise jagt die nächste, Populismus und Nationalismus werden lauter, Kriege rücken näher. Wer im Rad rennt, hat kaum Atem für den Blick zurück – und erst recht nicht für den nach vorn.
So erscheint die Zukunft schnell als etwas, das andere für uns machen: die Mächtigen, die Konzerne, die Algorithmen. Ich glaube das nicht. Und die Vergangenheit ist einer der Gründe dafür.
Wir Menschen besitzen eine erstaunliche Fähigkeit: Wir können im Kopf durch die Zeit reisen – in Erinnerungen ebenso wie in mögliche Zukünfte. Wer mehr Geschichten kennt, kann sich mehr Zukünfte vorstellen. Futures Literacy nennt man diese Fähigkeit, in Möglichkeiten zu denken.
Und Möglichkeiten finden wir überall in der Vergangenheit. Dort liegen Entscheidungen und Irrtümer, ergriffene und verpasste Chancen, Zufälle und kleine Wunder. Vor allem aber zeigt uns die Geschichte etwas, das im Rückblick leicht verloren geht: Jede Gegenwart war einmal offen. Niemand wusste, wie es ausgehen würde. In jedem Augenblick hätte es auch anders kommen können.
In Zukunftgeschichte nehme ich dich mit auf kurze Reisen in solche Momente: in die Weltpolitik und in den Alltag, zu Mächtigen und zu Menschen, deren Namen heute niemand mehr kennt. Zu Augenblicken, in denen Geschichte noch nicht Geschichte war.
Vielleicht sehen wir danach nicht klarer, was kommt. Aber klarer, was kommen könnte.
Hier ist der erste Text:
Beste Grüße
Gerald



